Ankommenspatenschaften
Als Praktikantin im Nachbarschaftshaus Urbanstraße hat Theresa die Flüchtlingsdebatte von Anfang an nicht nur durch die Medien verfolgt, sondern war auch in der Notunterkunft und hatte Kontakt zu geflüchteten Menschen. Dadurch war ihr schnell klar, dass sie hier viel über andere Kulturen lernen und ihren Horizont erweitern kann. Als die FreiwilligenAgentur Kreuzberg-Friedrichshain dann das Projekt Ankommenspatenschaften startete, zögerte Theresa nicht lange: Sie beschloss, eine solche Patenschaft für eine fünfköpfige Familie aus Afghanistan zu übernehmen. Kontakt hatte sie zu dem Familienvater mit Mutter, Ehefrau und zwei kleinen Töchtern schon im Laufe des Praktikums gesammelt. Jetzt wollte sie den Austausch durch gemeinsame Aktivitäten vertiefen. Gesagt, getan. Auf Wunsch der Familie trafen sich alle zunächst an einem Samstag, um gemeinsam in einem türkischen Supermarkt einzukaufen und dann bei einer Freundin von Theresa afghanisch zu kochen. Theresa begleitete die Familie aber auch zum LAGeSo, als es darum ging, den Pass zu erneuern. Und demnächst möchte sie mit ihnen den Tierpark, ein EM-Spiel und den Karneval der Kulturen besuchen. Eigentlich geht es bei den Ankommenspatenschaften zwar nur um drei Treffen, aber Theresa ist so begeistert, dass sie den Kontakt zu der Familie darüber hinaus weiterpflegen möchte:

„Anfangs hatten wir noch einen Dolmetscher, jetzt ist die Kommunikation manchmal etwas schwierig. Aber der Vater der Familie lernt schon Deutsch und ich lerne jetzt auch Farsi. Wir zeigen uns auch gegenseitig Bilder von der Familie und nutzen Übersetzungs-Apps, die nie hundertprozentig funktionieren und manchmal totalen Kauderwelsch übersetzen, was zu witzigen Situationen führt. Dadurch, dass wir keine hochkomplizierten Gespräche führen können, achten wir mehr auf Mimik, Gestik, Freundlichkeit, Wärme und solche Dinge.“

Das Projekt „Ankommenspatenschaften“ ist ein neues Engagementangebot zur Unterstützung geflüchteter Menschen. Wer sich in der Flüchtlingshilfe einbringen möchte, kann sich hier kurzfristig engagieren oder eine neue Aufgabe mit persönlichem Kontakt und Gestaltungsspielraum finden. Die Idee ist, dass die Paten drei Treffen organisieren. Sie werden von der FreiwilligenAgentur darauf vorbereitet, die ihnen auch jederzeit als Ansprechpartner zur Verfügung steht und Möglichkeiten des Austausches bietet. Ziel ist es, Geflüchteten eine erste Orientierung in der Nachbarschaft zu bieten und das Zurechtfinden zu erleichtern. Indem die Paten den Geflüchteten wichtige Orte und Angebote in der Nachbarschaft vermitteln, soll die Teilhabe und Lebensqualität gefördert werden. Und schließlich geht es natürlich auch um das gegenseitige Kennenlernen. Wer sich hier engagieren oder eine Informationsveranstaltung besuchen möchte, wendet sich bitte an ankommenspatenschaften@die-freiwilligenagentur.de oder 030 / 311 66 00 77.

Ansprechpartnerinnen: Juliette Kahlert und Brigitte Reheis


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