BERICHT: Düttis gehen in die komische Oper

Besuch bei Carmen, Behrensstr. 55-57

Am 13. Mai gingen Bewohner der Siedlung geschlossen in die Komische Oper. Gespielt wurde Carmen, der Bestseller unter Opern. Im Werk eines Franzosen geht es um einen Spanier der eine Zigeunerin liebt, das Paar geht an interkulturellen Differenzen und viel Leidenschaft zugrunde. Dabei singen sie auf Französisch. Dank der Stiftung Fidelio bestand das Publikum an diesem Abend auch aus Deutschen mit Migrationshintergrund – der Autor inbegriffen – die freundlicherweise 25 Freikarten dem Dütti-Treff gespendet hatte. Ein Bericht in Bildern.

 

Treffpunkt war 18 Uhr, am Werner. Von dort ging man kollektiv zu Carmen.

In der U-Bahn proben Petra und Emine schnell noch Lächeln bei der Übergabe der
Geschenke.

 

Das Ziel ist in Sicht: Carmen wohnt in der Behrenstr. 55-57, 10117 Berlin. Sie wohnt aber
nie mehr als ein paar Wochen am selben Ort.

 

Daran erkennt man echte Stars: Sie zünden sich Zigaretten vor Luxus-Hotels an.

 

  

Durch Hintereingänge werden wir in die komische Oper eingelassen. Wer lachen will
geht ins Magazin.

 

Der Weg führt aber zu einem kleinen Salon hinter der Kantine. Dort serviert man Sekt,
von Carmen ist noch keine Spur.

Dafür Axel Krämer und Bernd … von der Fidelio-Stiftung, die sich für musikalische
Vermittlung von Migranten einsetzt. Sie spendieren Opern-Tickets, aber auch Musik-
unterricht für vielversprechende Jugendliche.

Das Proben hat sich gelohnt: Petra und Emine übermitteln den Vermittlern so schöne
wie praktische Täschchen aus dem Dütti-Kiez.

Eigentlich kann man sich sehr gut ohne Carmen unterhalten. Der restliche Abend wird
zeigen, dass sie mehr Unruhe als Harmonie bringt. Auf Neudeutsch könnte man sagen:
Problem-Tussi.

Nachbarinnen unter sich.

In der Oper sind nicht nur die Leute, sondern auch die Wände schön. Das Ganze ergibt
ein fotogenes Ensemble.

Letzte Einzelheiten werden geklärt: Welche Plätze? Wer wohin? Diese Fragen sind
frei erfunden und beruhen auf keinerlei Tatsachen.

Vater und Tochter freuen sich auf die Aufführung und geben ein sehr sympathisches
Bild.

Jetzt sitzen alle im Parkett auf hervorragenden Plätzen, bitteschön. Es kann sich nur
noch um Minuten handeln.

Der Text ist sehr schwer zu lesen, leider. Abgesehen davon hatte die Vorstellung noch
nicht begonnen, in der man hören wird, die Liebe sei frei von Gesetzen. Es folgt also:
Wer Fotografieren liebt…

Selfie mit dem Luster: Sich selbst Fotografieren ist Liebhaberei, das geht auch noch.

Tipps für Inneneinrichtung: Mit Gold, Stuck und Samt kann man nicht viel falsch machen.

Schon über einer Stunde Drama auf Französisch: Zeit für eine kurze Pause und etwas
frische Luft.

Wenn da nicht die Paparazzis wären, die einen ständig verfolgen…

Zurück aufs Parkett. Das Drama erreicht bald seinen Höhepunkt – man kann davon aus-
gehen, das es nicht gut ausgeht.

Aber es war alles nur Show. Die Oper von Bizet und die Inszenierung von Sebastian
Baumgarten haben alle sichtlich überlebt.

Offene Fragen werden beim geselligen Beisammensein in der Kantine der komischen
Oper erörtert.

Emine, die Leitung des Dütti-Treffs, grübelt über ihren nächsten
Coup nach dem sehr gelungenen des Abends.


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