Ein Baum voller Ideen

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Wie entstehen Beziehungen in der Nachbarschaft? Wie weckt man die Lust, sich für seinen Kiez zu engagieren? Der Verein Bildungsbaum zeigt mit seinem Startworkshop am 8.10.16 einen Weg. Und bei der Leidenschaft der Vorsitzenden Barbara Yerlikaya für die Düttmann-Siedlung ist Erfolg vorprogrammiert.

« Wer Ruhe haben will, der ist in Kreuzberg fehl am Platz » sagt die gebürtige Schönebergerin, die in den Bezirk kurz nach dem Mauerfall gezogen ist. Damals, in der Gegend um das Schlesische Tor, war der Bezirk nicht so bunt, nicht so laut und nicht so interessant wie heute meint sie. Aber viel interessanter als das damalige Schöneberg. Kreuzberg ist ein Bezirk in dem Langeweile Hausverbot hat.

In diesem aufregenden Bezirk fand Barbara im Jahr 2000 in der Werner Düttmann-Siedlung ihren Kraft- und Ruhepol. Hier hat sie drei Kinder großgezogen, und hier hat sie eine Umgebung gefunden, in der sie sich richtig wohlfühlt. Das ist aber eigentlich viel zu schwach ausgedrückt. Denn wenn man ihr zuhört, weiß man: Barbara ist ein richtiger Fan der Düttmann-Siedlung. Sie kennt fast jeden, schätzt die vielen netten Nachbarn, und mit einigen hält sie Kontakt, auch wenn sie ausgezogen sind. Der Nachbarschaftstreff ist für sie wie eine zweite Heimat und mit dem Werner-Düttmann-Platz verbindet sie viele schöne Erinnerungen.

barbaras-wohnungBarbara zeigt auf ihre erste Wohnung in der Düttmann-Siedlung

Für die Siedlung hat sie sich sehr rasch engagiert. Nicht nur weil sie großzügig ist und gut mit Leuten kann, sondern auch weil sie perfekt zweisprachig ist: Sie spricht fließend Türkisch. Ein Kraftakt, der immerhin sechs Jahre dauerte. Zwei Jahre arbeitete sie als Kiezdolmetscherin, was ihr erlaubte, viele der Bewohner kennenzulernen. Und weil sie Gefallen an den vielen Projekten fand, die in der Siedlung stattfinden, und gerne mithalf kam die Idee des Bildungsbaums.

Die Früchte des Bildungsbaums sind Projekte
Die Idee des Vereins ist all denen Unterstützung zu bieten, die Ideen für die Siedlung verwirklichen wollen. Neben den fünf Themenfeldern Grün & Garten, Handarbeit & Werken, Kochaktionen, Organisation, Dütti-Café besteht auch die Möglichkeit, selber ganz neue Ideen einzubringen. Um die Ideen und Interessenten zu sammeln und diese dann gemeinsam umzusetzen, gibt es am 8. Oktober von 11 bis 14 Uhr einen Start-Workshop in der Kinderfreizeiteinrichtung GraefeKids, in der Hasenheide 44.

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Aus Ihrer Wohnung hat sie eine der schönsten Sichten der Düttmann-Siedlung

Gemeinsam mehr erreichen: Ein Workshop als Start
An fünf Tischen werden in einer lockeren Atmosphäre Ideen gesammelt, gemeinsam erarbeitet und vorallendingen Kontakte geknüpft. Denn ein Projekt lässt sich leichter gemeinsam als allein umsetzen und vorallendingen macht es mehr Spass. Abgesehen von der Tatsache, dass man manchmal vielleicht mehr Lust oder Zeit hat mitzuhelfen, anstatt eine Idee selber zu verwirklichen.

Ein Baum besteht aus vielen unteschiedlichen Zweigen

Wie schon erwähnt, sind auch ganz andere Ideen und Vorschläge möglich. Sie müssen nicht unbedingt zu den fünf Themenfeldern passen. So träumt der Kiezredakteur zum Beispiel von Baumhäusern in dem Garten hinter dem Bolzplatz, auch wenn der unmittelbare Nutzen nicht unbedingt auf der Hand liegt, dafür passt es zum Namen des Vereins. Aber wer einen Dütti-Gemüsegarten machen will oder einen Chor oder einen Boule-Platz oder was auch immer, ist beim Bildungsbaum-Workshop genau richtig.

Sehr realistisch hingegen sind Vorschläge von gemeinsamen Aktionen, die im umgebauten Nachbarschaftstreff bzw. in der Düttiwerkstatt stattfinden können. Der Bildungsbaum e.V. möchte Mitglieder gewinnen und im Kiez aktiv werden, deshalb wird am 08.10. der Workshop veranstaltet.

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Stark im Kiez verwurzelt
Und da Barbara so starke Wurzeln im Graefe-Kiez geschlagen hat, ist davon auszugehen, dass der Bildungsbaum gedeihen und schon bald viele schöne Früchte für den Kiez tragen wird. Ein Vorbild hat Barbara schon mal: Als sie noch auf dem Lebensmittelmarkt in der Beusselstrasse arbeitete, lernte sie die Initiatorin der Berliner Tafel kennen, Sabine Werth. Von damals weiß sie, dass Wohlwollen und aufrichtiges Interesse für Menschen Wunder wirken können.

Start-Workshop des Bildungsbaums am 8. Oktober 2016 von 11 bis 14 Uhr, in der Kinderfreizeiteinrichtung GraefeKids, Hasenheide 44.

 


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