PORTRÄT: Man nennt ihn den Bürgermeister de Siedlung…

“Meine Töchter sind meine Sterne.”

Naif Hajaj hat gleich fünf davon, die ihn neben seiner Frau durch das Leben leiten. Familie und Zusammenhalt sind für ihn alles. Eine gute Nachbarschaft gehört dazu, deswegen lebt er sehr gerne in der Düttmann-Siedlung. «Hier gibt es viele nette Familien, nicht nur Landsleute, auch Türken, Kurden, Russen und Deutsche.»

Als er 1996 in die Siedlung zog, gab es weder Nachbarschaftstreff noch QM. Er wurde Kiezlotse, vermittelte zwischen Behörden und Bewohnern, trat dem Quartiersrat bei, wurde im Abgeordnetenhaus geehrt. Bald kannte er so viele Leute, dass man ihn den «Bürgermeister der Siedlung» nannte.

«Jeder hat eine Geschichte» meint Hajaj. Seine führte ihn 1988 vom Bürgerkrieg im Lebanon ins friedliche Europa. Sein Ziel: Seinen Kindern ein sicheres Leben bieten, nicht wie das seiner Eltern. «Unser Verdienst», seins und das seiner Frau, ist dass «all unsere Töchter haben Abitur.»

Die Mischung der Siedlung und Kreuzbergs will er auf gar keinen Fall verlassen, hier will er alt werden. «Politiker wollen immer Unterschiede zwischen Leuten, dabei sind wir alle Brüder.» Noch mehr als von Sternen ist Hajaj von einem großen Herz geleitet.


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