BERICHT: Corona und die Dütti-Einrichtungen

Pandemische Pausen

Die Corona-Maßnahmen legten die Einrichtungen der Düttmann-Siedlung erst vollkommen lahm. Jetzt werden Dütti-Treff, Kita, Jugendclub vorsichtig wieder hochgefahren – und langsam. Ein Überblick im Schnelldurchlauf.


Dütti-Treff

Der 18. März 2020 war der letzte Arbeitstag im Nachbarschaftstreff, dann war erst einmal für ein paar Wochen Pause. Es folgte ein Phase des Home-Offices. Anfang Juni öffnet der Treff wieder, allerdings in begrenzter Form: Beratungen gibt es nur Dienstags und Donnerstags und nur mit Terminen. Die rechtliche Beratung findet am Freitag statt, auch da nur mit Anmeldung. Das Angebot für Alleinerziehende beginnt wieder am 15. Juni. Alle restlichen Angebote wie das Frauenfrühstück, der Familiennachmittag, der Väter-Club u.a. sind vorerst aufgehoben. Es können sich maximal 8 Personen im Treff aufhalten, Mundschutz ist Pflicht, jeder 20 Minuten muss eine Pause gemacht werden und die Räume gelüftet.

In den ersten drei Wochen nach den Corona-Maßnahmen verhielten sich die Bewohner vorbildlich. „Die Siedlung war wie stillgelegt“, meint die Leitung des Treffs, Emine Yilmaz. Die wenigen Versuche, reduzierte Angebote zu machen liefen leider nicht gut. Kaum war der Dütti-Treff offen, wollten über 10 Leute hinein, was nicht möglich war. Als die Stadtteilmütter Mittwochs Nachmittags Bastelangebote für Kinder machten, waren die Abstandsregeln nur schwer durchzusetzen, das Angebot wurde storniert. Bisher gab es in der Siedlung, Stand 15.5.2020, drei Tote auf Grund einer Corona-Erkrankung.

Kita Hasenheide

Vom 17.3. bis zum 27.4.2020 war die Kita erstmal geschlossen. Seit vier Wochen hat die Kita wieder geöffnet, jedoch nur um eine Notbetreuung zu gewährleisten: Die Kinder dürfen maximal vier Stunden pro Tag bleiben, oder 20 Stunden pro Woche. Dies gilt bis zu den Sommerferien, eventuell sogar bis Ende des Jahres.

Eltern haben keinen Zutritt und müssen ihre Kinder am Tor abgeben und wieder abholen. Das Personal muss einen Mundschutz tragen, Kinder sind innerhalb der Kita davon befreit. Allerdings haben viele Eltern große Bedenken, weniger als die Hälfte bringen ihre Kinder in die Kita.

Der Senat hat einen siebenstufigen Plan entwickelt, der den Zutritt der Kinder regelt: Priorität haben die älteren Kinder, die der systemrelevanten Eltern, von Alleinerziehenden und die mit besonderem Bedarf. Die „systemrelevanten Kinder“ können mehr als 20 Stunden pro Woche betreut werden. Auf Grund einiger Ausfälle beim Personal, sei es aus Krankheits- oder anderen Gründen, ist sogar der Notbetrieb der Kita derzeit ein Drahtseilakt.

 

Jugendclub drehpunkt

Am 29. Mai öffnete der drehpunkt wieder unter jedoch schwierigen Bedingungen. Die Container dürfen nur unter strengen Auflagen genutzt werden, der neue Bau ist noch nicht fertiggestellt. Also gibt es Online Angebote, wie einen Scratch-Kurs. Kinder die keinen Laptop zu Hause haben können Geräte unter Betreuung in den Containern nutzen.

Dienstags und Mittwochs gibt es ein Kinderparlament, bei denen diese ihre Wünsche für die zukünftige Nutzung des Jugendclubs äußern können. Ab Juni gibt es jeden zweiten Montag Nachmittag im Monat die Spielstraße in der Böckhstr. Ab der zweiten Juni-Woche gibt es in Kooperation mit der TU Berlin einen Technik-Kurs, bei dem man u.a. lernt, wie man einen kleinen Roboter baut.

Der drehpunkt, der eigentlich offene Jugendarbeit durchführen soll, darf jetzt maximal vier Kinder oder Jugendliche empfangen, die einen Mundschutz tragen müssen und von zwei MitarbeiterInnen betreut werden. Endlich ein Personalschlüssel, der sich sehen lassen kann.

 

Graefe-Girls

Da die Bewilligung der Finanzierung des Mädchenprojekts ein paar Wochen mehr brauchte als vergangenes Jahr, Corona läßt grüßen, konnte die Arbeit noch nicht beginnen. Die Graefe-Girls bieten neben einem wöchentlichen Mädchenabend Workshops, Ausflüge, Reisen, dessen Inhalt die Teilnehmerinnen selbst bestimmen.

Betreut werden sie dabei von vier jungen Frauen der Siedlung, die alle in Studium, Ausbildung oder Beruf sind. Wie sie das Projekt Arbeit in Corona-Zeiten durchführen können steht noch nicht fest, die Betreuerinnen arbeiten aber daran. Dass sie alle geltenden Auflagen einhalten werden, egal welche Räumlichkeiten sie benutzen, hingegen schon.

 


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