BERICHT: Das Sommerfest in der Graefe-Straße

ÜBER DEN TELLERRAND FEIERN

Am 15. Juli war es soweit: Nach dem Erfolg von 2016 stieg die Sommerparty zum zweiten Mal in der Graefe-Straße. Direkt vor dem Eingang der Siedlung stand eine nach drei Seiten offene Bühne auf der sich Beat-Boxer, Tänzerinnen und Musiker abwechselten. Vereine aus der Umgebung stellten sich vor, Anrainer gesellten sich dazu, ein weiterer Beitrag, um die unsichtbare Wand zwischen den Graefe-Kiezen aufzulösen. Ein Bericht in Bildern.

 

 

 

 

Jedes ordentliche Fest beginnt mit einer Eröffnungsrede, und jeder ordentliche Redner hält sich kurz…

 

… und überläßt Künstlern das Feld, in diesem Fall zwei Beatboxern.

Ihnen folgte eine Flamencotänzerin, wie die Graefestraße sie noch nicht gesehen hatte. Letzten Monat gingen Bewohner der Siedlung in die komische Oper zu Carmen, Flamenco beginnt sich wie ein rotes Kleid durch die Siedlung zu ziehen.

 

Dann kam ein Theaterstück von Bewohnern der Siedlung, in dem Medikamente auch eine Rolle spielten.

 

Emine Yilmaz vom Dütti-Treff und Cornelius Sutter vom drehpunkt durften dabei überdimensionierte Beipackzettel hoch halten. Es ist nicht jedem vergönnt, gleich ein Aspirin zu verkörpern ;)

Dann kam ein Mono-Trommler der gleichzeitig sang. Die Kinder waren mehr als begeistert.

Ein Kind durfte auch gleich mitsingen, der Trommler ging in seiner Begleitung völlig auf.

Das Mädchen war aber nicht das einzige Kind, dass sich traute. Dieser Junge war noch dazu geschminkt, vielleicht hatte ihm das zusätzlichen Mut gegeben.

 

Aber man musste nicht auf die Bühne, um sich schminken zu lassen. Wenn man Glück hatte bekam man sogar ein Blume ins Haar.

Trotz der starken Schminke schafften es Eltern, ihre Kinder wiederzuerkennen.

Andere wiederum waren auch ohne Schminke cool…

Aber es ging nicht nur um Unterhaltung, an den Ständen gab es auch ernste Themen. Das überließen die Kinder aber geschickterweise Erwachsenen, wie hier am Stand von Amnesty International.

Hier gab es sogar zwei am Stand. Denen ging es um Meinungen, die wir haben können aber manchmal gar nicht bemerken. Wie bei Kolonialismus zum Beispiel, der unser Denken tief prägt…

Andere warben ganz pragmatisch aber sympathisch für ihren Sportverein. Hier Türkyemspor… moment, hier geht’s um Frauenfussball. Hier kann man auch seine Vorurteile abbauen, aber gleichzeitig ein interessantes Spiel gucken.

 

Während die einen für das gedankliche Wohl sorgten, kümmerten sich andere um das leibliche.

 

Das Problem beim leiblichen Wohl, ist das man meistens dafür zahlen muss. Und allein schon die Preisliste zu schreiben ist anstrengend, aber zu zweit geht’s leichter.

 

Beim Tee ist zum Glück alles überschaubarer: ein Produkt, ein Preis. Und zwei Verkäuferinnen.

Gar nicht so einfach ist aber, seine Adresse zu finden. Zum Glück leistete das QM Unterstützung, die das Quartier aus beruflichen Gründen in- und auswendig kennen.

 

Einige waren sich aber auch ohne Hilfe ziemlich sicher.

Andere mussten etwas suchen…

… fanden aber dann auch zur absoluten Gewißheit. Immer praktisch, wenn man nach Hause will.

Andere wiederum hatten Spass am sehen und gesehen-mit-rosa-Luftballon-werden…

 

Und andere andere genossen Wüstenkaffee.

 

Andere litten jedoch unter der Zerstörung von Türmen aus türkisen Dosen, auch wenn es für den guten Zweck war.

Und die meisten genossen einfach nur eine gute Zeit.

Nach dem Fest konnte man eine ziemlich genaue Bilanz ziehen, wer aus welchem Teil des Graefe-Kiezes kam. Analoge und selbstbestimmte Geolokalisierung…


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